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Die Buchhandlung Fiedler, ein traditioneller Familienbetrieb in Neugersdorf, wurde am 1. März 1883 gegründet und besteht seit nunmehr 125 Jahren.
Der Handel mit Büchern, Schreibwaren und Bürobedarf setzt sich bereits in der vierten Generation der Familie Fiedler fort. Den Anfang machte der Neugersdorfer Buchbinder Reinhold Fiedler, der bereits im Jahre 1883 in der damaligen Hohlfeldmühle eine Buch- und Papierwarenhandlung mit Buchbinderei eröffnete. Zuvor war er als frischgebackener Handwerksgeselle auf Wanderschaft oder, wie es damals hieß “auf der Walze” gewesen. Die Erfahrungen und Kenntnisse, die er bei den verschiedensten Buchbindermeistern sammelte, gaben ihm Mut und Vertrauen in ein eigenes Geschäft.
Die Fiedlersche Buch- und Papierwarenhandlung entwickelte sich, die Kundschaft nahm zu und schließlich wurden die Räume zu eng. Nach 18 Jahren bezog Reinhold Fiedler 1901 neue Geschäftsräume an der Hauptstraße im Haus Nr. 40. Die Lage an der bereits damals verkehrsreichen Straße erwies sich recht günstig für das Geschäft. Ideal für eine Buch- und Papierwarenhandlung wäre ein Standort, wo täglich mit Büchern und Papier gearbeitet wird, mag Reinhold Fiedler gedacht haben, als die Gemeinde Neugersdorf 1905 Bauland für eine neue Schule an der Schillerstraße erwarb. Der geschäftstüchtige Buchhändler kaufte das dem Schulneubau gegenüberliegende Umgebindehaus und zog mit seinem Geschäft 1906 dorthin um. Hier, in der Schillerstraße, gegenüber der im Oktober 1906 eingeweihten Fichte-Schule, befindet sich die Buchhandlung Fiedler heute noch.
Der Sohn des Geschäftsgründers Alfred Fiedler trat in die Fußstapfen seines Vaters: er erlernte die Berufe des Buchbinders und Buchhändlers. Nach 37 Jahren übergab 1920 Reinhold Fiedler die Buch- und Papierwarenhandlung seinem Sohn. Alfred Fiedler brachte das Geschäft über die schweren Zeiten der Inflation. 1934 ließ er das Geschäft umbauen. Er verlegte den Eingang in die rechte Seite des Umgebindes und erweiterte die Schaufenster. Die Buchhandlung Fiedler führte ein breites Angebot: neben Büchern und Papierwaren wurden auch Fotozubehör und Musikalien gehandelt. Ungewöhnlich mag es heute erscheinen, dass die Buchhandlung Fiedler bereits seit 1890 eine eigene Leihbücherei unterhielt. Ihr Bestand umfasste 1893 beachtliche 4697 Leihbücher und 90 Mappen des Zeitschriften-Lesezirkels.
Alfred Fiedler führte die Buchhandlung bis 1965. Dann übertrug er die Leitung seinem Sohn Gerhard Fiedler, der Kommissionshändler des Volksbuchhandels wurde. Das breite Angebot an Büchern und Papierwaren blieb bestehen, aber die Leihbücherei musste aufgelöst werden.
Die Buchhandlung Fiedler war zu allen Zeiten ein Familienunternehmen. Neben dem Buchhändler standen seine Frau, und bei Gerhard Fiedler auch seine Schwester hinter dem Ladentisch.
Gerhard Fiedler und seiner Frau war es leider nicht vergönnt, der Tradition folgend, selbst das Geschäft in die Hände ihrer Nachfolgerin zu legen. Ein tragischer Verkehrsunfall riss das Buchhändler-Ehepaar 1987 in den Tod.
So führte ihre Tochter Solweig Hanke das Geschäft als Kommissionshändlerin weiter. Seit 1990 ist die gelernte Buchhändlerin selbständige Geschäftsinhaberin.
Das in der freien Marktwirtschaft sprunghaft wachsende Angebot an Büchern und Schreibwaren und deren anspruchsvolle Präsentation machte eine Erweiterung des Geschäftes dringend notwendig. Deshalb ließ Solweig Hanke 1994 einen Anbau im Umgebindehaus-Stil errichten, der die Verkaufsfläche von 50 auf 120 m2 erweiterte. Zugleich wurde das schnelle Computerbestellsystem für Bücher eingeführt.
Im neuen Verkaufsraum mit moderner Innenausstattung präsentiert die Buchhandlung Fiedler ihren Kunden ein breites Angebot an Büchern, Papeterie, Geschenkartikeln und Bürobedarf.
Die Buchhandlung Fiedler beliefert Schulen, Firmen, Geschäfte und Handwerksbetriebe, wobei ihr Kundenkreis weit über die Stadt Neugersdorf hinaus reicht. Auch die Bibliotheken aus Neugersdorf und Umgebung beziehen von der Buchhandlung Fiedler Bücher für ihre Ausstattung.
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